
Der Erwerb einer Immobilie stellt für die meisten Menschen eine bedeutende Investitionsentscheidung dar. Neben Lage, Zustand und Ausstattung spielt die Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle für den Wert eines Grundstücks. Altlasten können dabei zu einem erheblichen finanziellen Risiko werden und den Verkehrswert einer Immobilie nachhaltig beeinflussen. Eine professionelle Prüfung im Rahmen der Immobilienbewertung ist daher unerlässlich.
Altlasten bezeichnen gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz kontaminierte Grundstücke oder Gebäudeteile, die durch frühere Nutzungen umweltschädlich verändert wurden. Das Gesetz unterscheidet dabei zwischen zwei Kategorien: Altablagerungen umfassen stillgelegte Mülldeponien und Flächen, auf denen Abfälle gelagert oder behandelt wurden. Altstandorte hingegen sind Grundstücke ehemaliger Industrieanlagen, Tankstellen oder Gewerbebetriebe, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen hantiert wurde.
Typische Schadstoffe, die als Altlasten auftreten können, sind Schwermetalle, Mineralöle, Asbest, polychlorierte Biphenyle (PCB) sowie verschiedene Chemikalien und Giftstoffe. Diese Substanzen können sowohl den Boden als auch das Grundwasser kontaminieren und stellen damit nicht nur ein Gesundheitsrisiko für Anwohner dar, sondern auch eine rechtliche und finanzielle Belastung für Grundstückseigentümer. Nicht jede Bodenverunreinigung gilt automatisch als Altlast – erst wenn eine tatsächliche Gefährdung für Menschen oder Umwelt besteht, erfolgt die behördliche Einstufung als Altlast.
Die Ermittlung möglicher Altlasten erfolgt durch Einsichtnahme in das Altlastenkataster, das von den zuständigen Umweltämtern geführt wird. Bei Verdachtsfällen sind umfassende Bodengutachten erforderlich, um Art und Ausmaß der Kontamination zu bestimmen. Die Sanierungskosten können dabei den Wert eines Grundstücks erheblich übersteigen und sind nur schwer vorherzusagen, da sie von der Art der Verunreinigung, der Bodenbeschaffenheit und der Grundstücksgröße abhängen. Grundsätzlich haftet der Verursacher der Altlasten, ist dieser jedoch nicht mehr zu ermitteln, tritt der aktuelle Eigentümer in die Verantwortung.
Für den Immobilienmarkt in Dresden, der durch seinen hohen Altbaubestand in den östlichen Wohnlagen sowie durch eine bedeutende industrielle Vergangenheit geprägt ist, kommt der Prüfung auf Altlasten besondere Bedeutung zu. Die sächsische Landeshauptstadt entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem wichtigen Industriestandort, was zur Folge hat, dass insbesondere auf ehemaligen Gewerbeflächen und in industriell genutzten Stadtgebieten Altlastenverdachtsflächen existieren können.
Die Nachkriegszeit und der industrielle Wiederaufbau Dresdens haben zudem in manchen Stadtteilen Spuren hinterlassen, die bei der Umnutzung oder Sanierung von Bestandsimmobilien relevant werden. Gerade beim Kauf von Grundstücken in ehemals gewerblich genutzten Arealen oder beim Erwerb älterer Gebäude ist eine sorgfältige Prüfung unerlässlich. Die Lage an der Elbe und die geologischen Besonderheiten der Region erfordern zudem besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich möglicher Grundwasserkontaminationen.
Wenn Sie eine professionelle Immobilienbewertung benötigen oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns für eine erste kostenfreie Beratung.
ÜBER DEN AUTOR

Timo Stephan
Timo Stephan ist ein Spezialist im Bereich der Immobilienbewertung. Mit seinen praxisorientierten und leicht verständlichen Artikeln unterstützt er Immobilienbesitzer dabei, sich fundiert zu informieren und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. In diesem Blog erhalten Sie weitere Einblicke in sein Fachwissen.
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