
Unter dem Begriff Bodenbeschaffenheit werden sämtliche Eigenschaften des Untergrunds zusammengefasst, die für die Nutzung und Bebauung eines Grundstücks relevant sind. Dazu gehören unter anderem:
Bodenart und Tragfähigkeit: Die geologische Zusammensetzung des Untergrunds bestimmt, welche Gebäudetypen und Fundamentarten realisierbar sind. Sandige oder locker gefügte Böden weisen eine geringere Tragfähigkeit auf und können zu Setzungsschäden führen, wenn keine geeigneten Gründungsmaßnahmen ergriffen werden. Felsiger Untergrund hingegen bietet in der Regel eine hohe Stabilität, kann jedoch die Baukosten durch aufwendige Erdarbeiten erhöhen.
Grundwasserverhältnisse: Der Grundwasserstand beeinflusst insbesondere die Planung von Kellergeschossen und erdberührenden Bauteilen. Liegt das Grundwasser hoch, sind besondere Abdichtungsmaßnahmen erforderlich, die den Bau erheblich verteuern können.
Altlasten und Kontaminationen: Auf Grundstücken, die früher gewerblich oder industriell genutzt wurden, können Schadstoffe wie Schwermetalle, Mineralölkohlenwasserstoffe oder chemische Rückstände im Boden vorhanden sein. Derartige Altlasten stellen nicht nur ein Gesundheitsrisiko dar, sondern können auch zu einer erheblichen Wertminderung führen und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich machen. Die zuständigen Behörden führen hierzu sogenannte Altlastenkataster, die über bekannte Verdachtsflächen Auskunft geben.
Rechtliche Relevanz: Die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) schreibt in § 2 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass Bodenbeschaffenheiten bei der Verkehrswertermittlung zwingend zu berücksichtigen sind. Ein professionelles Bodengutachten, auch Baugrundgutachten genannt, liefert die notwendigen Daten und bildet die Grundlage für eine rechtssichere Bewertung.
Für Käufer und Verkäufer gilt gleichermaßen: Besteht ein begründeter Altlastenverdacht, muss dieser offengelegt werden. Wer als Verkäufer bekannte Kontaminationen verschweigt, riskiert Schadenersatzforderungen und die Rückabwicklung des Kaufvertrags.
Für den Immobilienmarkt in Dresden, der als sächsische Landeshauptstadt eine wachsende Nachfrage nach Bauland verzeichnet, ist die Bodenbeschaffenheit ein besonders relevantes Thema. Die Stadt verfügt aufgrund ihrer langen Industrie- und Stadtgeschichte über zahlreiche Flächen, deren Vornutzung eine gründliche Untersuchung des Untergrunds empfiehlt. Gerade bei der Revitalisierung ehemaliger Gewerbeflächen oder beim Kauf älterer Grundstücke in gewachsenen Stadtteilen sollten Interessenten das lokale Altlastenkataster der Landeshauptstadt Dresden konsultieren und im Zweifelsfall ein Baugrundgutachten in Auftrag geben.
Darüber hinaus ist in Teilen des Dresdner Stadtgebiets die Nähe zur Elbe und der damit verbundene Grundwasserstand bei der Bau- und Wertplanung zu beachten. Eine fachkundige Immobilienbewertung, die diese lokalen Besonderheiten kennt und in die Wertermittlung einfließen lässt, ist daher in Dresden unerlässlich.
Wenn Sie eine professionelle Immobilienbewertung benötigen oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns für eine erste kostenfreie Beratung.
ÜBER DEN AUTOR

Timo Stephan
Timo Stephan ist ein Spezialist im Bereich der Immobilienbewertung. Mit seinen praxisorientierten und leicht verständlichen Artikeln unterstützt er Immobilienbesitzer dabei, sich fundiert zu informieren und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. In diesem Blog erhalten Sie weitere Einblicke in sein Fachwissen.
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