Der Flächennutzungsplan, häufig als FNP oder F-Plan abgekürzt, ist eines der zentralen Planungsinstrumente der kommunalen Stadtentwicklung in Deutschland. Für Eigentümer, Käufer und Investoren von Immobilien stellt er eine wichtige Informationsquelle dar, da er maßgeblichen Einfluss auf die Nutzungsmöglichkeiten und damit auf den Wert eines Grundstücks haben kann. Im Folgenden erfahren Sie, was ein Flächennutzungsplan ist, wie er aufgebaut ist und welche Rolle er bei der Immobilienbewertung spielt.
Der Flächennutzungsplan ist ein sogenannter vorbereitender Bauleitplan, der gemäß §§ 5 bis 7 des Baugesetzbuches (BauGB) die beabsichtigte Art der Bodennutzung für das gesamte Gemeindegebiet in ihren Grundzügen darstellt. Er bildet die erste Stufe des zweistufigen Systems der Bauleitplanung und geht dem verbindlichen Bebauungsplan als übergeordnetes Planwerk voraus.
In der Planzeichnung, die üblicherweise im Maßstab 1:10.000 bis 1:50.000 erstellt wird, werden unterschiedliche Nutzungsarten grafisch dargestellt. Dazu gehören unter anderem Wohnbauflächen, gemischte Bauflächen, gewerbliche Bauflächen, Sonderbauflächen, Grünflächen sowie Flächen für die Landwirtschaft und den Verkehr. Ergänzt wird die Planzeichnung durch einen Erläuterungsbericht, in dem die Gründe für die jeweiligen Darstellungen dargelegt werden.
Ein wichtiger Aspekt: Der Flächennutzungsplan besitzt gegenüber Bürgerinnen und Bürgern keine unmittelbare Rechtsverbindlichkeit. Er bindet lediglich die Verwaltung und andere Behörden. Aus seinen Darstellungen lassen sich weder direkte Baurechte noch Entschädigungsansprüche ableiten. Dennoch hat die Ausweisung bisher unbebauter Flächen als Bauland im Flächennutzungsplan in der Praxis häufig eine erhebliche Wertsteigerung der betroffenen Grundstücke zur Folge.
Für die professionelle Immobilienbewertung ist der Flächennutzungsplan deshalb von großer Bedeutung: Er gibt Aufschluss über die zukünftige Entwicklung eines Standortes und ermöglicht eine fundierte Einschätzung der langfristigen Nutzungsperspektiven einer Immobilie. Ein Sachverständiger berücksichtigt die Darstellungen des FNP, um potenzielle Wertsteigerungen oder -minderungen korrekt einzuordnen.
Für den Immobilienmarkt in Dresden, der durch eine dynamische Stadtentwicklung, eine wachsende Nachfrage nach Wohnraum und vielfältige städtebauliche Entwicklungsprojekte geprägt ist, spielt der Flächennutzungsplan eine besonders wichtige Rolle. Der rechtswirksame Flächennutzungsplan der Landeshauptstadt Dresden basiert auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) „Zukunft Dresden 2025+" und trat im Oktober 2020 in Kraft. Er unterscheidet unter anderem zwischen Wohnbauflächen mit hoher und geringer Wohndichte, gemischten Bauflächen mit und ohne Zentrumsfunktion sowie gewerblichen Bauflächen verschiedener Störungsgrade.
Wer in Dresden eine Immobilie kaufen, verkaufen oder bewerten lassen möchte, sollte daher stets einen Blick in den aktuellen Flächennutzungsplan werfen. Er liefert wertvolle Hinweise darauf, ob in der Umgebung eines Grundstücks beispielsweise neue Wohngebiete, Gewerbeansiedlungen oder Grünflächen geplant sind – Faktoren, die den Immobilienwert erheblich beeinflussen können.
Wenn Sie eine professionelle Immobilienbewertung benötigen oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns für eine erste kostenfreie Beratung.
ÜBER DEN AUTOR

Timo Stephan
Timo Stephan ist ein Spezialist im Bereich der Immobilienbewertung. Mit seinen praxisorientierten und leicht verständlichen Artikeln unterstützt er Immobilienbesitzer dabei, sich fundiert zu informieren und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. In diesem Blog erhalten Sie weitere Einblicke in sein Fachwissen.
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